Tamio tanzt

Tango Argentino

Nach vereinzelten Workshops alle paar Jahre seit 2001 tanze ich seit Anfang 2017 regelmäßig und mit großer Leidenschaft Tango Argentino.

Spreefeld Tango Café

Was ist Tango Argentino?

Den folgenden 15-minütigen Film kann ich jedem wärmstens empfehlen. Er führt in das Wesentliche des Tanzes ein und beschreibt ihn sehr treffend. Ich schaue ihn von Zeit zu Zeit an, da er so detailreich ist, dass ich immer wieder Bezüge zu meinen eigenen Tanzfortschritten herstellen und Neues aus dem Film ziehen kann.

Was bedeutet der Tanz für mich?

Für mich ist Tango Argentino der Tanz schlechthin. Er verbindet alles Schöne dieser Welt: Hingabe, Leidenschaft, Melodie, Rhythmus, Umarmung, Begegnung, Mode, Stil, Harmonie, Körper, Geist, Seele, Herz, ...

Dieser Tanz ist für mich mehr als ein neues Hobby. Dieser Tanz wird mich bis an mein Lebensende begleiten. Und das was ich hier lerne, lerne ich folglich tatsächlich fürs Leben. Und selbst wenn ich einmal im Rollstuhl sitzen oder gar ans Bett gefesselt sein sollte, solange ich mich bewegen und atmen kann, werde ich die Schwingungen der Musik in Bewegung mit einem anderen Menschen umsetzen und gemeinsam genießen.

Meine Lieblingsschulen, -praktika und -Milongas

Erste Schritte im Nou

Nach einem Einsteiger-Workshop im Dezember 2016, begann in der ersten Januarwoche 2017 meine Reise in der Berliner Tango-Argentino-Tanzschule Nou. Den Tipp zu dieser Tanzschule erhielt ich mehrere Jahre zuvor von einer meiner besten Freundinnen, die damals bereits Tango tanzte. Die Tatsache, dass ich mich daran erinnerte, zeigt wie nachhaltig der Wunsch in mir angelegt war.

Der Beginn der Teilnahme am regelmäßigen Unterricht wurde mir vor allem durch das Single-Kurssystem erleichtert, welches es erlaubt, wann immer es passt, in die Tanzschule zu gehen ohne sich mit einer Tanzpartnerin verabredet zu haben. Man wechselt alle zwei Tänze die Paarung und das Frauen-/Männerverhältnis war insgesamt recht ausgeglichen. Ulkigerweise hing es vom Wochentag ab, ob es mehr Frauen, mehr Männer oder es ein ausgeglichenes Verhältnis gab. Wie ich schnell feststellte, ist diese Form des Kurssystems insbesondere am Anfang sehr wichtig und wertvoll. Im Tango werden keine Choreografien gelehrt, sondern Figuren als Impuls für den eigenen improvisierten Tanz vorgestellt. Das Lernen des Tangos ist mit dem Erlernen einer Sprache vergleichbar. Und eine Sprache lernt man am besten im Austausch mit möglichst vielen, verschiedenen Menschen, um das richtige Gefühl zu bekommen. Und da es keine verbale Sprache ist, ist es um so wichtiger, in verschiedensten Konstellationen zu probieren und nachzuempfinden, wie diese Kommunikationsart funktioniert. Meiner Ansicht nach, machen sich Paare den Einstieg sehr schwer, die nicht bereit sind am ständigen Partnerwechsel teilzunehmen und davon zu profitieren abzugleichen, welche Signale bei wem wie interpretiert und empfunden werden.

Hinzu kommt noch ein Aspekt, der weit über die Didaktik hinaus geht: Tango ist über den Unterricht hinaus ein sozialer Tanz. Dies bedeutet, dass es auf den Milongas (Tango-Tanzveranstaltung) üblich ist, die Partner alle vier Tänze zu wechseln. Auch während des Tanzes, tanzt man zunächst zwar zu zweit, jedoch tanzt man als Paar auch immer im Bezug zu allen anderen Tänzern. Ich finde es wundervoll wie sowohl das Intime im Tanz als auch das Soziale sich im Tango vereinen.

Tango Hit & Run

Praktika und Milongas

Ich finde es sehr wichtig den Unterricht nicht als Tanzengehen zu verstehen. Die Unterrichtssituation ist nicht die Situation des eigentlichen Tanzens.

Daher empfehle ich, sich vor keiner Milonga zu scheuen - auch als Anfänger. Zum Einstieg ist es eine gute Idee, sich mit anderen zu verabreden und gemeinsam auch die Praktika im Vorfeld der Milonga aufzusuchen. Auch wenn man nach der Praktika noch Scheu haben sollte auf der Milonga zu tanzen, ist es zumindest ein erster Schritt dort zu sein - und vielleicht "wagt" man doch ein Tänzchen.

Viele bewundern die Tänzer auf der Tanzfläche und denken, dass man selbst noch nicht so weit sei. Ich möchte diesbezüglich darauf aufmerksam machen, dass die Eigen- und die Fremdwahrnehmung häufig sehr weit auseinander geht. Dies gilt insbesondere für Einsteiger, da der eigene Lernfortschritt den Blick für das schärft, was auf der Tanzfläche eigentlich passiert und wie bestimmte Tänze wirklich einzuschätzen sind. Ich rate dazu, die Stimmung einer Milonga zu genießen und beim Tanzen einfach Spaß zu haben. Der Rest kommt dann von ganz alleine.

Die Praktika der El Ocaso mag ich sehr gerne, da hier sehr gute Lehrerinnen und Lehrer für alle Niveaus in kleiner Runde sehr hilfreiche Tipps geben. Die anschließende Milonga ist zudem wundervoll, da der Frannz Club ein schönes Tanzambiente bietet und im Sommer findet die Milonga sogar Open Air statt.

Am häufigsten gehe ich zudem je nach Saison ins Tongoloft, Strandbar am Monbijoupark und Tango Café im BeBop.

Aus zeitlichen Gründen bin ich nicht so häufig, aber sehr gerne auf den Milongas La Petite Milonga mit sehr empfehlenswerter Praktika, Tango Panorámico, La Milonga Villa Kreuzberg, Pippos im Refugio.

Außerhalb von Berlin gehe ich gerne ins Café Tango in Wuppertal, Tango Valentina, Tango im zakk und Tango in der Bergerkirche in Düsseldorf.

Estudio Sudamerica

Im Estudio Sudamerica unterrichtet Juan D. Lange, der den Tango Argentino Anfang der 1980er Jahre nach Deutschland brachte und die anhaltende und immer noch wachsende dritte Welle mit auslöste. Bei ihm werden die tänzerischen Grundlagen sehr gut vermittelt und wer in Berlin wohnt, sollte sich diesen Unterricht nicht entgehen lassen.

Für mich ist sein Angebot eine hervorragende uns wertvolle Ergänzung zu den anderen Schulen und vieles habe ich hier neu gelernt.

Danke

Ich möchte zum Abschluss meinen Lehrern danken: Juan, Alonso, Julian, Ilka, Antonia, Thomas und dem gesamten Nou-Team.