10 Jahre Google Maps

Ich erinnere mich noch, dass ich vor Google Maps im Rahmen meines Umzugs nach Berlin im Jahre 2003 die DVD D-Sat 3D für Luftbilder und Talk Show als einen Streetview-Vorläufer zur Erkundung von Berlin nutzte. Dann kam das faszinierende und kostenlose Google Earth und später Google Maps. Das war echt eine Revolution, zumal die zuvor verfügbaren Online-Stadtkarten sehr mühsam zu bedienen waren und in den Ansichten meist auf eine beschränkt waren. Da war sogar die gute alte Papiervariante komfortabler.

Happy Birthday Google Maps!

GoogleMaps-10-Jahre
Quelle

 

Tipps für Android-Einsteiger #2: Flash

Wer’s noch nicht bemerkt haben sollte: Nichts ist im Web beständiger als der Wandel. Mitte der 90er Jahre war man vom Web an sich beeindruckt. Ich erinnere mich, wie begeistert ich war, dass Webseiten so ähnlich erscheinen konnten wie gesetzte Zeitungen mit Bildern und umfließendem Text in verschiedenen Schriften. Und, um dem Charakter eines Computers näher zu kommen, wurden neben Links zu anderen Webseiten (mehr schlechte als rechte) kleine Animationen in Form von GIF-Grafiken in Homepages eingefügt.

Persiflage zu Homepages mit übertriebener Nutzung von GIF-Animationen aus Clip-Art-Sammlungen in der Comic-Serie „Die Simpsons“.

1996 kam mein Chef mit einer CD-ROM zu mir und zeigte mir sehr angetan Future Splash, welches es erlaubte sog. Bitmap-Grafiken mit Vektor-Grafiken so zu kombinieren, dass flüssige Animationen mit geringer Datenmenge in Webseiten eingebaut werden konnten.

Future Splash

Parallel zu dieser Zeit versuchte Macromedia mit seinem Präsentationsprogramm Director über den Shockwave-Player interaktive und animierte Webseiten zu ermöglichen. Dies war seinerzeit zwar beeindruckend, aber setzte sich aufgrund des hohen Datenbedarfs und der geringen Bandbreite des Internetzugangs bei den Nutzern nicht wirklich durch.

Um dieser Problematik zu entgehen kaufte Macromedia die Firma FutureWave mitsamt ihres Produkts Future Splash auf und vertrieb es fortan als eigene Lösung unter dem Namen Shockwave Flash. (Nach der späteren Fusion mit Adobe hieß das Programm und Format letztlich Adobe Flash).

Das Format war sehr erfolgreich und kleine Anwendungen, interaktive Webseiten, Werbebanner und vor allem Browser-Spiele bedienten sich dieser sehr brauchbaren Technik. Flash konnte in den gängigen Browsern unter Windows, Mac OS und Linux verwendet werden. Einen Höhepunkt erreichte das Format 2005 mit dem wachsenden Erfolg von YouTube, da dessen Videoabspielprogramm auf Flash basierte und es lange Zeit die einzig brauchbare Lösung für eine solche Anwendung darstellte. Dies wiederum inspirierte viele Webdesigner mittels Flash Videoinhalte mit Webinhalten so zu kombinieren, dass neuartige und ansprechendere Websites entstanden.

Quelle (wasted potential)
(Quelle: wasted potential)

Mit Einführung des iPhones im Jahre 2007 und dem darauf folgenden Erfolg von iPhones und iPads fing der Anfang vom Ende von Flash an. Apple entschied radikal mit der Einführung des iPhones auf eine Flash-Unterstützung zu verzichten, obwohl Flash damals in seiner vollen Blüte stand. Der Hauptgrund lag und liegt in der außerordentlichen Belastung des Prozessors durch Flash-Anwendungen und dem daraus folgenden hohen Energiebedarf. Sowohl Prozessorleistung als auch Energiekapazität sind in mobilen Endgeräten ein kritischer Faktor. Da Apple immer das beste Nutzererlebnis anstrebte und vermeiden wollte, dass die intensive Nutzung des Webs auf dem iPhone dazu geführt hätte, dass es nur einige wenige Stunden mit einer Akkuladung ausgekommen wäre und zudem lauter ruckelige Flash-Anwendungen das Nutzungserlebnis geschmälert hätten, hatte Apple auf Flash verzichtet und die gerade entstandenen modernen Webstandards, die letztlich in HTML 5 mündeten, unterstützte. Weitere Gründe sind in Steve Jobs‘ Statement zu diesem Thema nachzulesen.

Da es damals noch viele Flash-Inhalte im Web gab war es für viele iPhone- und iPad-Nutzer sehr frustrierend, viele Web-Angebote nicht oder nur eingeschränkt nutzen zu können. Darin sah die Konkurrenz eine Chance, sich vom iPhone abzusetzen, indem sie Flash unterstützten. Dies wurde lange Zeit als eines der Kaufargumente für Android-Smartphones in der Werbung hervorgehoben.

iPhone: Flash fehlt!

Angetrieben durch den enormen Erfolg der iPhones und iPads wurden viele Websites überarbeitet und Flash-Inhalte durch moderne Web-Techniken ersetzt. In Websites, welche speziell für mobile Endgeräte zugeschnitten wurden, war Flash praktisch ohnehin nicht vertreten. Dies führte dazu, dass Adobe den Flash-Player für mobile Web-Browser Ende des Jahres 2011 einstellte und fortan selbst auf alternative Web-Technologien verwies. Die Version für Android wurde aus dem Google Play Store entfernt, so dass eine nachträgliche Installation über diesen Weg ausgeschlossen wurde.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. 🙁 #wpappbox

Links: → Store öffnen → Google-Suche

Da es jedoch aktuell immer noch einige Websites gibt, die nur mit Flash-Unterstützung genutzt werden können, ist die fehlende Unterstützung ab und zu immer noch ein Problem. Betroffen sind häufig Websites von kleinen und mittelständigen Unternehmen oder Browser-Spiele und auch einige Web-Anwendungen.

Ein Beispiel ist die Website meines Lieblings-Döner-Imbiss' Mustafas Gemüsekebap.
Ein Beispiel ist die Website meines Lieblings-Döner-Imbiss‘ Mustafas Gemüsekebap.

flash_128Wer also gerne auf seinem Android-Smartphone diese Inhalte weiterhin nutzen möchte, sollte sich den Flash-Player installieren. Dies geht über das offizielle Archiv von Adobe selbst. Dazu sind folgende Schritte notwendig:

1. Unbekannte Quellen zulassen

Einstellungen aufrufen und Sicherheit auswählen
„Unbekannte Quellen“ anhaken

2. APK-Archiv herunterladen

Adobe hat alte Versionen des Flash-Players archiviert und stellt diese über die folgende Webseite zur Verfügung:

Archivierte Flash-Player-Versionen

Für Android OS 4.0 gibt es hier das folgende Archiv, welches auf neuere Smartphones heruntergeladen werden kann:

Flash Player 11.1 für Android 4.0 (11.1.115.54)

Flash Player für Android 4.0
Flash Player für Android 4.0

Für ältere Android OS Versionen (2.x & 3.x) gibt es hier das folgende Archiv, welches auf älteren Smartphones heruntergeladen werden kann:

Flash Player 11.1 für Android 2.x und 3.x (11.1.111.50)

Flash Player für Android 2.x
Flash Player für Android 2.x

3. Flash Player instalieren

Die heruntergeladene Datei mit dem Namen „install_flash_player_ics.apk“ bzw. „install_flash_player_pre_ics.apk“ aufrufen.

Flash-Installation aufrufen
„install_flash_player_ics.apk“ aufrufen
Flash installieren
Flash installieren

4. Unbekannte Quellen sperren

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte in den Sicherheitseinstellungen den Haken zu „Unbekannte Quellen“ wieder entfernen (vgl. oben).

5. Flash-Player nutzen

Flash funktioniert lediglich im System-Browser, der normalerweise mit „Internet“ bezeichnet ist. Unter Chrome Mobile wird Flash leider trotz Installation nicht funktionieren.

Da die aktuellen Nexus-Geräte lediglich mit Chrome Mobile als Browser ausgeliefert werden, ist es in diesem Fall notwendig einen Browser mit Flash-Unterstützung zu installieren. Dies kann bspw. Firefox Mobile oder der sehr empfehelenswert Next Browser sein:


Besonders gut funktioniert Flash mit der Samsung-Galaxy-Note-Reihe, da der S-Pen eine genauere Bedienung erlaubt und zudem beim Note II, Note 10.1 bzw. Note 8.0 der sogenannte Mouse-Over-Effekt (also das Schweben über einem Bedienelement, welches auf das Schweben reagiert) unterstützt wird.

Diese Website von Roche Bobois ist ohne Zeiger-Gerät kaum nutzbar. Hier spielt Samsungs Galaxy Note-Reihe mit der Air-View-Technologie des S-Pen seine stärken aus.
Diese Website von Roche Bobois ist ohne Zeiger-Gerät kaum nutzbar. Hier spielt Samsungs Galaxy Note-Reihe mit der Air-View-Technologie des S-Pen seine stärken aus.

Da Adobe den mobilen Flash-Player nicht mehr weiterentwickelt, ist es unklar, ob Flash mit künftigen Android-Versionen und -Geräten noch funktionieren wird. Bislang hatte ich mit meinen Android-Geräten mit Android OS 4.1 keine Schwierigkeiten damit.

Mein Zugang ins World Wide Web im Verlauf der Jahre

Meines Erachtens wird der Eindruck, den wir uns vom Web machen, vor allem durch den Start des Browsers und dessen Startseite geprägt. Ich habe mal rekapituliert, welche Konstellationen ich in der Vergangenheit hatte.

Jahr Startseite Browser Sekundär-Browser Modem
1994 Uni
http://www.uni-duesseldorf.de
NCSA Mosaic 14.4k-Modem
1995 19.2k-Modem
1996 Altavista
http://altavista.digital.com
Netscape Navigator iBrowse
1997 Netscape Communicator AWeb
1998 Fireball
http://www.fireball.de
56k-Modem
1999 Amiga-News
http://www.amiga-news.de
2000 Google
http://www.google.de
Microsoft Internet Explorer div. WAP-Browser vornehmlich für ÖPNV
2001
2002 Mozilla
2003 Firebird/Firefox
2004
2005 2M-DSL
2006 Flickr
http://www.flickr.com
Opera for Wii + Netfront for K800i
2007
2008 Facebook
http://www.facebook.com
Google Chrome
2009 16M-DSL
2010
2011 Google+
http://plus.google.com
Android Stock Browser
2012 Google Chrome for Android

Google hat es bei mir also nicht nur geschafft, dass es mit Google+ wieder zur Startseite wurde, sondern mit Google Chrome und Chrome für Android stellt es sogar den Browser. Fehlt nur noch Google als Internet-Provider und mein kompletter Webzugang wäre vergooglet.

Yahoo hingegen war als Startseite nur kurz durch Flickr relevant für mich.

Und tatsächlich gab es eine Zeit, in der ich den Internet Explorer bevorzugte, nachdem Netscape so grandios gescheitert ist – und das hatte bei mir nichts mit dem „Browserkrieg“ zu tun, sondern einfach nur mit dem Bowser als solchen.

Sehr interessant im Zusammenhang dieser Tabelle ist die Zeitleiste der Browser bei Wikipedia.