Zifferblätter für Smartwatches

Da fast jeder ein Smartphone oder zumindest ein Handy stets zur Hand hat, welche natürlich auch die Zeit anzeigen, erfüllt eine Armbanduhr heutzutage keinen besonderen Mehrwert, außer, dass die Uhrzeit schneller parat ist.

Uhrenvergleich
Foto von JM Tosses auf Flickr

Seit je her ist eine Armbanduhr zugleich ein modisches Accessoire und das Aussehen und Image der Uhr spielt für viele eine wichtige Rolle. Dies gilt auch für Smartwatches.

Wem dieser Aspekt besonders wichtig ist, besitzt zudem mehrere Armbanduhren oder zumindest Armbänder zum Auswechseln, um zu jeder Gelegenheit das passende Accessoire präsentieren zu können.

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Foto von Gary Dale
Foto von Gary Dale

Dieser Aspekt wird bei Smartwatches um die Möglichkeit erweitert, das Zifferblatt je nach Lust und Laune unkompliziert zu wechseln.

 

Diese Möglichkeit wird bei den verschiedenen Smartwatches unterschiedlich gut unterstützt. Einige Modelle zeigen nur zum Zeitpunkt des Uhrzeitablesens überhaupt ein Bild an, einige wechseln zwischen einer stromsparenden Minimalansicht der Uhrzeit zu einer vollumfänglichen Darstellung beim aktiven Ablesen und wenige zeigen durchgängig das vollständige Zifferblatt an.

AndroidWear_Watch_FacesDer Hauptgrund dieser unterschiedlichen Handhabung der Zifferblattdarstellung liegt in den unterschiedlichen Methoden zum Stromsparen, da dies – ähnlich wie bei Smartphones – eines der Hauptherausforderungen für die Hersteller darstellt. Eine kompromisslose Lösung gibt es derzeit noch nicht.

Einschätzung der Display-Typen von Smartwatches
Display-Typ Always-On-Modus Vorteile Nachteile Anmerkung
LCD nein gute Darstellung wg. potentiell zu hohem Stromverbrauch kein Always-On-Modus wird eher in älteren Modellen genutzt
LCD + Transreflektiv-Modus Schwarz/Weiß stromsparend Always-On nur in Schwarz/Weiß wird in Sonys Smartwatch 3 genutzt
OLED meistens: ja sehr gute Darstellung erhöhter Stromverbrauch im Always-On-Modus Always-On-Modus wird von der Apple Watch derzeit nicht unterstützt
LCD e-paper ja sehr geringe Auflösung & in Farbversion wenige Farben. äußerst geringer Stromverbrauch im Always-On-Modus wird bei Pebble je nach Modell monochrom und farbig eingesetzt.

Die Betriebssysteme der Smartwatches sind der weitere Faktor der beeinflusst, wie gut sich die eigene Smartwatch an den eigenen Stil anpassen lassen.

Betriebssystem Möglichkeiten
WatchOS (Apple Watch)

Zifferblätter: nur eingebaute

Die Zifferblätter lassen sich sehr einfach auswählen und anpassen. Die stilistische Individualisierung schränkt sich auf die Wahl der Art der Uhr, der Farbe weniger Elemente und dem Hintergrundbild (auch animiert). Noch ist es Dritten nicht möglich, Zifferblätter anzubieten.

Einschätzung: eingeschränkt

Tizen (Samsung Gear S2)

Zifferblätter: offen

Samsung hat erkannt, wie wichtig Zifferblätter sind und wie groß das Bedürfnis von Gestaltern ist, Uhren anzubieten. Aus diesem Grund bietet Samsung ein komplettes Designer-Tool an mit Anbindung an den App-Store von Samsung.

Einschätzung: gutes potential

Pebble

Zifferblätter: offen

Pebble bietet eine umfangreiche Kategorie für Watch Faces an, so dass hier für jeden etwas zu finden ist. Systembedingt (wenig Farben, monochrom, niedrige Auflösung) wirken die Zifferblätter oftmals so als kämen sie aus den 90ern.

Einschätzung: breites Angebot / wirken „geeky“

Android Wear

Zifferblätter: offen

Sowohl im Play Store als auch mittels Gestaltungs-Apps gibt es das vielfältigste und umfangreichste Angebot von Zifferblättern.

Einschätzung: vielfältiges Angebot

Betrachtet man die aktuelle Display-Technologie und die Betriebssysteme, so bieten aktuell die OLED-basierten und mit Android Wear ausgestatteten Smartwatches meiner Meinung nach den besten Kompromiss aus Darstellungsqualität, Vielfältigkeit und Stromsparen. Android Wear bietet im Vergleich zu den meisten anderen Systemen ein breitgefächertes Angebot von Zifferblättern für jeden Anlass und Geschmack und sehr viel Möglichkeiten Zifferblätter selbst zu gestalten.

Einige dieser Apps beinhalten eine komplette Sammlung von Zifferblättern, welche in einigen Fällen von Zeit zu Zeit erweitert werden.

WatchMaster - Watch Face
Entwickler: WatchMaster
Preis: Kostenlos+
ustwo Watch Faces
Entwickler: ustwo
Preis: Kostenlos
Wear Face Collection HD
Entwickler: vuxia
Preis: Kostenlos+

Darüber hinaus existieren einige Apps zur komplett individuellen Gestaltung von Zifferblättern mit der Möglichkeit diverse Komplikationen zu integrieren.

WatchMaker Premium Watch Face
Entwickler: androidslide
Preis: 3,99 €+
Pujie Black Watch Faces
Entwickler: Pujie
Preis: 1,49 €
Facer Watch Faces
Entwickler: Little Labs, Inc.
Preis: Kostenlos+
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Für diese Apps gibt es sehr aktive Communities in denen täglich mehrere dutzend neue Zifferblätter hinzukommen und ein Austausch zwischen den Gestaltern und den Nutzern stattfindet.

Meine Kreationen erstelle ich mit WatchMaker und sie sind auf der folgenden Website zu finden:

IOIO Watch Faces

Sphero Speedglow

Anfang des Jahres bekam ich den Roboter-Ball Sphero zum Geburtstag geschenkt. Es handelt sich um einen Roboter, der sich per Smartphone steuern lässt. Smartphone und Roboter sind per Bluetooth verbunden. Die Steuerung beinhaltet das Fahren in verschiedenen Geschwindigkeiten und Richtungen und die Anpassung der Farbe und Helligkeit des Balls. Über den im Ball eingebauten Beschleunigungssensor und das Gyroskop kann er auf die Umgebung reagieren. „Reagieren“ bedeutet genau genommen, dass das Programm zur Steuerung des Balls im Smartphone abläuft und auf die Signale des Balls reagieren kann.

In der Regel handelt es sich bei diesen Programmen um Smartphone-Apps. Es steht aber auch ein BASIC-Interpreter zur Verfügung um sehr schnell und einfach mit dem Experimentieren anfangen zu können und mit dem Ball mit eigenen Kreationen zu spielen.

Eines der Ergebnisse meiner Experimente mit dem BASIC-Interpreter ist das kleine Programm SpeedGlow.

Mit SpeedGlow kann der Nutzer mit dem Ball herumfahren und je nach Geschwindigkeit ändert sich die Farbe des Balls von Rot (langsam) zu Grün (schnell). Fliegt der Ball, so wird er weiss. Prallt er gegen ein Objekt, so bekommt er nach einen kurzen Blackout.

Ich stelle das Programm als Public Domain zur Verfügung und wer mag, kann gerne mit mir zusammen auf GitHub daran weiter entwickeln.

Tipps für Android-Einsteiger #0: Absolute Beginner

Ich wurde kürzlich gefragt, ob ich nicht eine Anleitung für absolute Smartphone- und Android-Einsteiger kennen würde.

Ich bin bei der Recherche auf die Einsteigerserie von Android TV gestoßen, die ich absoluten Einsteiger empfehlen möchte.

Hier ist die Folge, die als Einstieg empfehle:

Die weiteren Folgend findet ihr in dieser Playlist:

Tipps für Android-Einsteiger #3: Welches Smartphone?

Android Momentum

Jetzt ist er endlich da! Mein Artikel zum Thema Smartphone- bzw. Tablet-Kauf im Android-Markt. Eigentlich sollte dies der erste Artikel meiner Serie werden, denn es ist tatsächlich auch der erste Artikel, den ich anfing zu schreiben. Er war jedoch so aufwändig, dass er nun erst als drittes in der Serie erscheint. Puh! Das war echt eine schwere Geburt – ich hoffe, es hat sich gelohnt.

Tipps für Android-Einsteiger #3: Welches Smartphone? weiterlesen

Tipps für Android-Einsteiger #2: Flash

Wer’s noch nicht bemerkt haben sollte: Nichts ist im Web beständiger als der Wandel. Mitte der 90er Jahre war man vom Web an sich beeindruckt. Ich erinnere mich, wie begeistert ich war, dass Webseiten so ähnlich erscheinen konnten wie gesetzte Zeitungen mit Bildern und umfließendem Text in verschiedenen Schriften. Und, um dem Charakter eines Computers näher zu kommen, wurden neben Links zu anderen Webseiten (mehr schlechte als rechte) kleine Animationen in Form von GIF-Grafiken in Homepages eingefügt.

Persiflage zu Homepages mit übertriebener Nutzung von GIF-Animationen aus Clip-Art-Sammlungen in der Comic-Serie „Die Simpsons“.

1996 kam mein Chef mit einer CD-ROM zu mir und zeigte mir sehr angetan Future Splash, welches es erlaubte sog. Bitmap-Grafiken mit Vektor-Grafiken so zu kombinieren, dass flüssige Animationen mit geringer Datenmenge in Webseiten eingebaut werden konnten.

Future Splash

Parallel zu dieser Zeit versuchte Macromedia mit seinem Präsentationsprogramm Director über den Shockwave-Player interaktive und animierte Webseiten zu ermöglichen. Dies war seinerzeit zwar beeindruckend, aber setzte sich aufgrund des hohen Datenbedarfs und der geringen Bandbreite des Internetzugangs bei den Nutzern nicht wirklich durch.

Um dieser Problematik zu entgehen kaufte Macromedia die Firma FutureWave mitsamt ihres Produkts Future Splash auf und vertrieb es fortan als eigene Lösung unter dem Namen Shockwave Flash. (Nach der späteren Fusion mit Adobe hieß das Programm und Format letztlich Adobe Flash).

Das Format war sehr erfolgreich und kleine Anwendungen, interaktive Webseiten, Werbebanner und vor allem Browser-Spiele bedienten sich dieser sehr brauchbaren Technik. Flash konnte in den gängigen Browsern unter Windows, Mac OS und Linux verwendet werden. Einen Höhepunkt erreichte das Format 2005 mit dem wachsenden Erfolg von YouTube, da dessen Videoabspielprogramm auf Flash basierte und es lange Zeit die einzig brauchbare Lösung für eine solche Anwendung darstellte. Dies wiederum inspirierte viele Webdesigner mittels Flash Videoinhalte mit Webinhalten so zu kombinieren, dass neuartige und ansprechendere Websites entstanden.

Quelle (wasted potential)
(Quelle: wasted potential)

Mit Einführung des iPhones im Jahre 2007 und dem darauf folgenden Erfolg von iPhones und iPads fing der Anfang vom Ende von Flash an. Apple entschied radikal mit der Einführung des iPhones auf eine Flash-Unterstützung zu verzichten, obwohl Flash damals in seiner vollen Blüte stand. Der Hauptgrund lag und liegt in der außerordentlichen Belastung des Prozessors durch Flash-Anwendungen und dem daraus folgenden hohen Energiebedarf. Sowohl Prozessorleistung als auch Energiekapazität sind in mobilen Endgeräten ein kritischer Faktor. Da Apple immer das beste Nutzererlebnis anstrebte und vermeiden wollte, dass die intensive Nutzung des Webs auf dem iPhone dazu geführt hätte, dass es nur einige wenige Stunden mit einer Akkuladung ausgekommen wäre und zudem lauter ruckelige Flash-Anwendungen das Nutzungserlebnis geschmälert hätten, hatte Apple auf Flash verzichtet und die gerade entstandenen modernen Webstandards, die letztlich in HTML 5 mündeten, unterstützte. Weitere Gründe sind in Steve Jobs‘ Statement zu diesem Thema nachzulesen.

Da es damals noch viele Flash-Inhalte im Web gab war es für viele iPhone- und iPad-Nutzer sehr frustrierend, viele Web-Angebote nicht oder nur eingeschränkt nutzen zu können. Darin sah die Konkurrenz eine Chance, sich vom iPhone abzusetzen, indem sie Flash unterstützten. Dies wurde lange Zeit als eines der Kaufargumente für Android-Smartphones in der Werbung hervorgehoben.

iPhone: Flash fehlt!

Angetrieben durch den enormen Erfolg der iPhones und iPads wurden viele Websites überarbeitet und Flash-Inhalte durch moderne Web-Techniken ersetzt. In Websites, welche speziell für mobile Endgeräte zugeschnitten wurden, war Flash praktisch ohnehin nicht vertreten. Dies führte dazu, dass Adobe den Flash-Player für mobile Web-Browser Ende des Jahres 2011 einstellte und fortan selbst auf alternative Web-Technologien verwies. Die Version für Android wurde aus dem Google Play Store entfernt, so dass eine nachträgliche Installation über diesen Weg ausgeschlossen wurde.

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Da es jedoch aktuell immer noch einige Websites gibt, die nur mit Flash-Unterstützung genutzt werden können, ist die fehlende Unterstützung ab und zu immer noch ein Problem. Betroffen sind häufig Websites von kleinen und mittelständigen Unternehmen oder Browser-Spiele und auch einige Web-Anwendungen.

Ein Beispiel ist die Website meines Lieblings-Döner-Imbiss' Mustafas Gemüsekebap.
Ein Beispiel ist die Website meines Lieblings-Döner-Imbiss‘ Mustafas Gemüsekebap.

flash_128Wer also gerne auf seinem Android-Smartphone diese Inhalte weiterhin nutzen möchte, sollte sich den Flash-Player installieren. Dies geht über das offizielle Archiv von Adobe selbst. Dazu sind folgende Schritte notwendig:

1. Unbekannte Quellen zulassen

Einstellungen aufrufen und Sicherheit auswählen
„Unbekannte Quellen“ anhaken

2. APK-Archiv herunterladen

Adobe hat alte Versionen des Flash-Players archiviert und stellt diese über die folgende Webseite zur Verfügung:

Archivierte Flash-Player-Versionen

Für Android OS 4.0 gibt es hier das folgende Archiv, welches auf neuere Smartphones heruntergeladen werden kann:

Flash Player 11.1 für Android 4.0 (11.1.115.54)

Flash Player für Android 4.0
Flash Player für Android 4.0

Für ältere Android OS Versionen (2.x & 3.x) gibt es hier das folgende Archiv, welches auf älteren Smartphones heruntergeladen werden kann:

Flash Player 11.1 für Android 2.x und 3.x (11.1.111.50)

Flash Player für Android 2.x
Flash Player für Android 2.x

3. Flash Player instalieren

Die heruntergeladene Datei mit dem Namen „install_flash_player_ics.apk“ bzw. „install_flash_player_pre_ics.apk“ aufrufen.

Flash-Installation aufrufen
„install_flash_player_ics.apk“ aufrufen
Flash installieren
Flash installieren

4. Unbekannte Quellen sperren

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte in den Sicherheitseinstellungen den Haken zu „Unbekannte Quellen“ wieder entfernen (vgl. oben).

5. Flash-Player nutzen

Flash funktioniert lediglich im System-Browser, der normalerweise mit „Internet“ bezeichnet ist. Unter Chrome Mobile wird Flash leider trotz Installation nicht funktionieren.

Da die aktuellen Nexus-Geräte lediglich mit Chrome Mobile als Browser ausgeliefert werden, ist es in diesem Fall notwendig einen Browser mit Flash-Unterstützung zu installieren. Dies kann bspw. Firefox Mobile oder der sehr empfehelenswert Next Browser sein:

Firefox: privat+sicher surfen
Entwickler: Mozilla
Preis: Kostenlos

Next Browser-Schnell & Privat
Entwickler: GOMO Limited
Preis: Kostenlos

Besonders gut funktioniert Flash mit der Samsung-Galaxy-Note-Reihe, da der S-Pen eine genauere Bedienung erlaubt und zudem beim Note II, Note 10.1 bzw. Note 8.0 der sogenannte Mouse-Over-Effekt (also das Schweben über einem Bedienelement, welches auf das Schweben reagiert) unterstützt wird.

Diese Website von Roche Bobois ist ohne Zeiger-Gerät kaum nutzbar. Hier spielt Samsungs Galaxy Note-Reihe mit der Air-View-Technologie des S-Pen seine stärken aus.
Diese Website von Roche Bobois ist ohne Zeiger-Gerät kaum nutzbar. Hier spielt Samsungs Galaxy Note-Reihe mit der Air-View-Technologie des S-Pen seine stärken aus.

Da Adobe den mobilen Flash-Player nicht mehr weiterentwickelt, ist es unklar, ob Flash mit künftigen Android-Versionen und -Geräten noch funktionieren wird. Bislang hatte ich mit meinen Android-Geräten mit Android OS 4.1 keine Schwierigkeiten damit.

Tipps für Android-Einsteiger #1: Android-Tastaturen

Als relativ erfahrener Android-Nutzer werde ich häufig von Android-Neulingen nach Tipps und Hinweisen gefragt. Ich habe mir Gedacht, ich könnte diese Tipps nach und nach einfach in meinem Blog notieren, indem ich mich jedes Mal eines Themas annehme.

Android MomentumDies ist also dann auch schon der erste Beitrag und ich fange einfach mal mit Tastaturen an, da ich aktuell danach gefragt wurde. Die Reihenfolge meiner Beiträge ist also nicht thematisch aufbauend angeordnet, sondern spontan je nach Anfrage oder dem, was ich gerade schreiben möchte.

Allgemeines zur Android-Tastatur

Die Hersteller der Android-Smartphones statten Ihre Smartphones normalerweise mit eigenen Tastaturen aus, da sie damit gegenüber den Mitbewerbern einen Mehrwert anbieten möchten. Dies gelingt den einen besser als den anderen, ist jedoch auch Gewohnheits- und Geschmackssache. Es gibt also eine HTC-Tastatur, eine Samsung-Tastatur, eine Google-Tastatur, usw.

Da es sich bei den Tastaturen glücklicherweise um Apps handelt, kann jeder Nutzer eine andere Tastatur installieren und so herausfinden, welche ihm besser gefällt oder er kann auch zwischen mehreren Tastaturen wechseln, um die jeweils passende je nach Anwendung optimal einsetzen zu können. So ist eine Tastatur bspw. gut zur Handschrifteingabe per Stylus geeignet (bspw. Samsungs Galaxy Note-Tastatur) und eine andere besser zu Wischeingaben (bspw. Swype) und eine weitere fürs Messaging (bspw. Siine) und eine andere für die Eingabe japanischer Schriftzeichen (bspw. Google Japanese Input).

Es gibt auch Tastaturen, die auf großen Displays von Tablets besser funktionieren, und andere, die besser für kleinere Displays geeignet sind. Wer sein Smartphone gerne im Querformat hält und gewohnt ist mit zwei Daumen zu tippen, wird sich bspw. mit Wischtastaturen schwer tun. Andere lieben Wischtastaturen, da sie einfach mit nur einem Finger bzw. Daumen beim Gehen benutzt werden können. Andererseits tun sich langjährige iPhone-Nutzer mit solchen Wischtastaturen eher schwer, da sie die iPhone-Tastatur gewohnt sind, die dieses Feature nicht anbietet. Es existieren übrigens auch Adaptionen der iPhone-Tastatur für Android.

Ich unterscheide mal spontan zwischen den folgenden Tastaturen:

  • Tastaturen zur schnellen Eingabe per Tippen mit einem oder zwei Fingern
  • Tablet-Tastaturen zur Eingabe mittels mehrerer Finger
  • Tablet-Tastaturen zur Eingabe mittels zweier Daumen
  • Tastaturen zur schnellen Eingabe über einen Finger per Wischen
  • Tastaturen für andere Schriftsysteme
  • Tastaturen für Handschrifteingabe
  • Tastaturen mit Spracheingabe (oft bereits in anderen Tastaturen enthalten)
  • Tastaturen, die den Umstieg vom iPhone erleichtern
  • Tastaturen für besondere Nutzungsarten, wie bspw, Messaging, Emojs, Gaming, etc.

Das einzige, was aus firmenpolitischen Gründen nicht ohne weiteres geht, ist die Installation der mitgelieferten Herstellertastaturen auf Geräten anderer Hersteller. Also bspw. ist es nicht möglich, die HTC-Tastatur auf einem Samsung-Gerät zu installieren.

Was ist überhaupt eine Wisch- bzw. Swipe-Tastatur?

Wem T9 noch etwas sagt, kann schnell nachvollziehen, was dies ist. Früher, auf den alten Handys mit numerischer Tastatur, war es umständlich über mehrmaliges Drücken der selben Taste einen bestimmten Buchstaben einzugeben. Mittels T9 war es möglich, einfach über einmaliges Drücken der numerischen Tasten das richtige Wort zu schreiben. Dies war durch ein Wörterbuch möglich, welches man auch um eigene Worte ergänzen konnte. Genauso funktioniert auch die Wischtastatur. Im Unterschied zum mehrmaligen Drücken einer numerischen Taste geht es hier darum, mit dem Finger die Buchstaben eines Wortes der Reihenfolge nach entlang zu wischen statt jeden Buchstaben anzutippen. Das Antippen einer Bildschirmtastatur ist nämlich gar nicht so leicht, da die Oberfläche des Displays glatt ist und die Tasten relativ eng beieinander liegen und somit gerade beim Schnellschreiben schlecht zu treffen sind. Genau dieses Problem wird durch die Wischtastatur gelöst. Übrigens wird statt Wischtastatur bzw. Wischmodus einer Tastatur auch von Swipe-Tastatur oder T9-Tastatur oder XT9-Tastatur gesprochen.

Wörterbücher der Tastaturen personalisieren

Wie zur Swipe-Tastatur bereits erwähnt, ist die Eingabe von Text auf Touchscreens nicht so einfach und fehleranfällig. Eigentlich wird dem fast immer mit Wörterbüchern entgegengewirkt, um Fehleingaben automatisch zu erkennen und zu korrigieren bzw. Vorschläge anzubieten. Dieses Prinzip ist also nicht nur in Swipe-Tastaturen umgesetzt, sondern auch in allen anderen. Da die Wörterbücher nicht alle Begriffe enthalten, die der Nutzer schreiben möchte, gibt es auch die Möglichkeit eigene Begriffe hinzuzufügen. So lernt die Tastatur mit der Zeit dazu, was dazu führt, dass anfangs noch viele Fehleingaben auftreten. Um dem zu entgegnen bieten einige Tastaturen weitere Personalisierungs-Möglichkeiten, indem selbstverfasste Texte ausgelesen werden und so auf einen Schwung alle üblichen Begriffe dem Wörterbuch hinzuzufügen. Dies geschieht über das wahlweise Auslesen von E-Mails, SMS-Nachrichten, dem Facebook- oder Twitter-Stream. Dazu muss man natürlich dem Anbieter vertrauen und annehmen, dass dieser diese ausgelesenen Daten nicht missbraucht – schließlich könnten in der ein oder anderen Mail auch vertrauliche Daten wie Passwörter oder Kontonummern enthalten sein. Vor Nutzung dieser Funktionen sollte man also bedenken, was für Informationen enthalten sein könnten und ob der Anbieter vertrauenswürdig ist.

Das Problem mit Deutsch

So gut wie jede Tastatur bietet zwar ein deutsches Wörterbuch, aber der Umfang des Wörterbuchs und die weiteren Eingabehilfen der Tastaturen sind oft aus den Anforderungen der englischen Sprache abgeleitet. Besonderheiten der deutschen Sprache werden aus diesem Grund oftmals nicht gut genug unterstützt. Dies betrifft den häufigen Wechsel von Groß- und Kleinschreibung und Komposita – also zusammengesetzten Worten. Die Umlaute und das scharfe S könnten bei der ein oder anderen Tastatur auch problematisch sein, sind i.d.R. jedoch vorhanden.

Es gibt jedoch einige Tricks, um auch Deutsch schnell eingeben zu können. Einige habe ich zur Swype-Tastatur (s.u.) zusammengetragen.

Welche Tastaturen gibt es nun konkret?

Eine Entscheidung für eine Tastatur ist also sehr stark von persönlichen Vorlieben, Verhaltensweisen und Gewohnheiten abhängig. Insofern ist die folgende Einschätzung recht subjektiv auf Grundlage meiner Vorlieben und Erfahrungen zu verstehen. Jeder sollte selbst einige Tastaturen ausprobieren und dabei bedenken, dass die enthaltenen Wörterbücher erst mit der Zeit an das individuelle Vokabular angepasst sein werden und anfangs demnach nicht so gut funktionieren wie später:

Mein Favorit: Swype

kostenlose Testversion:

Swype Keyboard Trial
Preis: Kostenlos+

Meine Meinung: Dieses ist die beste Tastatur zum Wischen – wer nicht wischen möchte, kann auch auf andere Tastaturen zugreifen.

Tipps zum Wischmodus:
  • Wörterbuch per Auslesen der SMS & E-Mails, etc. personalisieren
  • E-Mail-Adresse(n) ins Wörterbuch eingeben (das ist magisch 😉 )
  • Automatische Leerzeichen deaktivieren
  • Komposita aus den einzelnen Worten zusammensetzen (ruhig Großbuchstaben innerhalb des Komposita zunächst ignorieren und mit dem nächsten Tipp korrigieren)
  • Von Swype-Taste zu Shift-Taste wischen, um aus drei Varianten der Groß- und Kleinschreibung des gerade geschriebenen Worts auszuwählen.
  • Kurz auf Swype-Taste drücken, um ein gerade geschriebenes Wort dem Wörterbuch hinzuzufügen
  • Komfort mit der Zwischenablage per Wischen:
    • von Swype-Taste zu „a“ -> Alles selektieren
    • von Swype-Taste zu „c“ -> Kopieren
    • von Swype-Taste zu „v“ -> Einfügen
    • von Swype-Taste zu „x“ -> Ausschneiden
  • Einfach schnell und relativ genau wischen und erst nachträglich falsche Worte korrigieren, das erhöht die Schreibgeschwindigkeit enorm – und ein nochmaliges Durchlesen des Geschriebenen ist eh sinnvoll.
  • Die integrierte Spracheingabe ist von Nuance mit deren berühmten Spracherkennung Dragon, welche die wohl beste Spracherkennung überhaupt ist.
  • Es gibt noch einige spezielle Tastatur-Layouts für numerische Eingaben per 10er-Block-Layout, Bearbeiten-Tastatur mit Cursor-Tasten, Copy&Paste-Features, Tablet-Split-Tastatur-Layout und Tablet-Kompakt-Tastatur.
  • Es gibt noch zahlreiche weitere Tipps.,, z.B. kann man beim Wischen durch Kreisen auf einem Buchstaben daraus Doppelbuchstaben machen oder durch Hochziehen einer Taste über die Tastatur hinaus einen Großbuchstaben erzeugen, usw. usf. dazu gibt es auch einige kurze Videos, die zeigen, was noch so alles möglich ist.

Weitere Tipps sind hier zusammengefasst:

Ergänzung vom 25.01.14:

Swype unterstützt die Eingabe für Sehbehinderte:

Viele User finden SwiftKey toll

kostenlose Testversion:

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Optional kann SwiftKey Flow zum Wischen aktiviert werden – muss aber nicht, wenn man eh nicht wischen möchte.

Auch bei SwiftKey hilft die Personalisierung per Auslesen von selbstgeschriebenen Texten.

Die Eingaben werden sehr gut ausgeglichen, auch wenn man mal eine Taste nicht richtig trifft.

Siine Kürzeltastatur

Diese Tastatur ist recht besonders und sollte man mal gesehen haben.

Sie ist insbesondere fürs Messaging gut geeignet. Man kann schnell Phrasen aus vorgefertigten Ausdrücken zusammensetzen. Dabei werden per Symbole Grußformeln, Bin-Beschäftigt-Phrasen, Emoji, Uhrzeiten, Kalenderdaten und eigene Phrasen berücksichtigt. Über einen integrierten Shop können weitere Kategorien, wie z.B. HipHop-Slang, nachgekauft werden – allerdings sind diese i.d.R. Englisch.

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Go Keyboard

Eine schöne Mischung aus Messaging- und Universaltastatur mit der Möglichkeit traditionelle Zahlentasten mit Buchstabeneingabe und auch asiatische Tastaturlayouts zu verwenden. Sie enthält zudem ein Tablet-Layout.

GO Keyboard
Entwickler: GO Dev Team
Preis: Kostenlos+

Tablet-Tastaturen

Ich habe kein Tablet und konnte die Apps nur auf dem Smartphone testen. Ich schätze jedoch, dass die folgenden für Tablets besonders gut geeignet sind.

Eingabe mit zwei Daumen

Thumb Keyboard
Entwickler: Beansoft
Preis: 2,14 €

Kombination aller möglichen Tastaturen (auch Smartphone!)

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Eine sehr ungewöhnliche Tastatur, welche per Spiel gelernt werden kann.

MessagEase Keyboard
Entwickler: Exideas
Preis: Kostenlos

Weitere gute Tastaturen

Tastatur mit künstlicher Intelligenz:

ai.type Free Tastatur + Emoji
Entwickler: ai.type
Preis: Kostenlos+

Eingabe japanischer Zeichen:

Google Japanese Input
Entwickler: Google Inc.
Preis: Kostenlos

Für Gamer sehr interessant ist diese „Tastatur“, die die On-Screen-Joysticks einiger Spiele durch die Kopplung zu einer realen WiiMote ersetzt (vor allem für Retro-Games, Jump & Run, Beat’em up und Shooter interessant):

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Die Originaltastatur von Google ist seit kurzem zur Installation im Playstore. Leider noch nicht im deutschen. Aber vielleicht wird die Freigabe bald erfolgen – schaut einfach ab und zu durch folgenden des folgenden Links nach:

Gboard – die Google-Tastatur
Entwickler: Google Inc.
Preis: Kostenlos

Im Playstore könnt ihr auf Entdeckungsreise gehen:

Schreibt gerne in den Kommentaren weitere Hinweise zu guten Tastaturen oder andere Anmerkungen zum Thema.

Und zu guter Letzt die Tastatur für diejenigen, denen das ganze Tippen eh zu anstrengend ist: 😉

Guttenberg Tastatur
Entwickler: ratisbonsoft
Preis: Kostenlos

Und noch weitere Entdeckungen

14.09.2013

Eine Tastatur mit guter Wischeingabe und Einhand-Layout für große Displays:

TouchPal Emoji-Tastatur
Entwickler: TouchPal
Preis: Kostenlos+

Nicht ganz mein Geschmack, aber wird einigen bestimmt gefallen:

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