Betrugsverdacht: callando / avanio / music star

24.04.2006:
Ich habe auf meiner Telefonrechnung einen falschen Betrag über 4,50 € (+ MwSt) entdeckt. Eine angebliche Call-By-Call-Internetverbindung, die definitiv bei mir nicht zustande kommen konnte, da ich seit Ende letzten Jahres DSL habe. Ich habe im Nachhinein entdeckt, dass dies schon zweimal zuvor seit Oktober 2005 vorkam, mir aber nicht auffiel.

Über den Smartsurfer nutzte ich vor geraumer Zeit einige Male den günstigen Call-by-Call-Tarif von Avanio, wodurch Avanio meine Daten erhielt auf deren Grundlage sie dann wohl betrügerisch tätig wurden. Smartsurfer & Co. können nichts dafür – das sind gute Programme, doch wer eine Verbindung zu Avanio aufgebaut hatte, sollte mal seine Telefonrechnungen überprüfen.

Bei einer Internetrecherche kam ich auf folgende Berichte:

Nachtrag 09.05.2006:

Wie nicht anders zu erwarten, weigert sich Callando Verantwortung zu übernehmen und verweist auf die Avanio GmbH & Co. KG. Auf dieses Ping-Pong lasse ich mich nicht ein und habe meine Forderung nachdrücklich bekräftigt. Mal sehen, was nun geschieht.

Eben stieß ich interessanterweise auf einen Bericht über Callando aus dem Jahr 2000. Da haben die ohne die avanio-Connection dieselbe Masche abgezogen. Ich frage mich, wieso Unternehmen so lange offenbar betrügerisch tätig sein können ohne belangt zu werden:

Nachtrag 21.05.2011:

Dieser Artikel ist der weitaus meistbesuchte und -kommentierte Beitrag in meinem Blog. Am 17.05. gab es in der Zugriffsstatistik meines Blogs einen sprunghaften Anstieg an Abrufen, die alle durch Suchanfragen und nicht durch eine neue Verlinkung einer anderen Website herstammten. Nach etwas Recherche fand ich heraus, dass es im Fernsehen einen Beitrag zum neuen „Geschäftsfeld“ des ehemaligen Geschäftsführers von „callando“ gab. Da die fleißigen Kommentatoren zu diesem Beitrag schon vor vielen Monaten auf diese neue Abofalle hinwiesen, landeten die Suchanfragen auch hier hin.

Hier nun der Fernsehbeitrag zu „music star„:

(Quelle, Akte 20.11)

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611 Gedanken zu „Betrugsverdacht: callando / avanio / music star“

  1. Die Jahre ziehen ins Land und im Land gibt es noch viele "Kühe", die von den in Frage stehenden Herren gemolken werden können. Und bei einem Schaden von 100 Euro, 50 Euro oder noch weniger reißt sich kein Anwalt ein Bein aus. Daher wird man auch zukünftig in aller Ruhe weiter machen können. Hieß die Kuh früher "Avanio", so heißt sie nunmehr … [wer findet's raus ???]

  2. der letzte Stand laut Stiftung Warentest:

    " Einstellung des Verfahrens

    Unterdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft Dresden über Jahre hinweg. Berge von Akten türmen sich beim zuständigen Beamten in der Außenstelle Pirna. Im Jahr 2008 schließlich wird die Anklageschrift fertig. Gewerbsmäßigen Betrug in 416 Fällen mit einem Schaden von knapp 4 500 Euro lastet der Strafverfolger den beiden heute 28 und fast 34 Jahre alten Avanio-Verantwortlichen an. Zuständig ist ein Strafrichter am Amtsgericht Dresden, der sich sonst mit Kleinkriminalität wie Verkehrsunfallflucht, Trunkenheit am Steuer oder Diebstahl befasst. Er bekommt eigens für das Avanio-Verfahren ein zusätzliches Aktenregal. Er prüft die Akten und glaubt: Weitere Ermittlungen sind nötig. Er gibt ein Fachgutachten zur Funktionsweise des Smartsurfers in Auftrag. Als es schließlich vorliegt, sind trotzdem noch zahlreiche Fragen offen. Außerdem ist die Rechtslage kompliziert. Eine sich über Monate hinziehende Hauptverhandlung droht. Der Richter schlägt schließlich vor, das Verfahren gegen Zahlung von insgesamt 50 000 Euro einzustellen. Der Staatsanwalt und die beiden Angeschuldigten stimmen zu. Wenn sie das Geld bis Mitte März einzahlen, schließen Gericht und Staatsanwaltschaft die Akten endgültig. "

    Ich nehme mal einfach an, dass D.G. und T.R. so clever waren von ihren erbeuteten 10.000.000.-€ 50.000.- € als Strafe zu akzeptieren!

    Da bleibt einem doch wirklich die Spucke weg…

    Vor mehreren Jahren hatte ich T.R. sogar am Telefon und konnte es nicht glauben wie kaltschnäuzig er keinerlei Unrechtsbewusstsein hatte. Aber im Nachhinein muss man wohl sagen, er hat alles richtig gemacht und kann sich mit knappen 30 Jahren in unserer feinen Gesellschaft zur Ruhe setzen…

    Gibt es denn heutzutage keinen Michael Kohlhaas mehr?

  3. Bin seit 18 Monaten bei Envacom. Hab im Mai nachgefragt denn wo meine Endabrechnung bleibt, da wurde ich vertröstet, bis jetzt ist nichts passiert. Ich habe seit Vertragsabschluss über Verivox nie wieder etwas von denen gehört, seit 18 Monaten!!! Ich habe jetzt einen Wechsel beauftragt!

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