Lagerfeld ist kein Chef

Vorgestern war Karl Lagerfeld im Fernsehen beim Kerner. Ich bewundere ja die schnelle, präzise und durchdachte Art, Dinge auszudrücken. Er hat ein unheimliches Talent auf sehr diplomatische aber präzise Weise das zu sagen was er denkt. Besonders begeistert war ich von seiner Aussage über das Wort und die Bedeutung „Chef“. Dieses Wort sei nicht in seinem Vokabular, da es ein unmenschlicher Begriff sei. Er sieht das Arbeitsverhältnis als gelebte Arbeitsteilung an und nicht als hierarchisch gegliedertes „Über-Einen-Stehen“. Dies entspricht genau meiner Vorstellung von Unternehmenskultur: Hierarchien als Arbeitshierarchien – im Sinne eines Arbeitsablaufes – zu verstehen und nicht als eine Einordnung der Mitarbeiter in autoritäre Vorgesetzte und untergebene Bedienstete. Eine Hierarchie darf niemals vor den Menschen gestellt werden. Der Umgang muß auf Vertrauen und Menschlichkeit basieren. Es muß Vertrauen darin bestehen, dass jeder der Sache dient und sein Bestes versucht – ganz unabhängig von der hierarchischen Position eines Mitarbeiters. Mitarbeiter begegnen sich nach dieser Vorstellung alle auf der gleichen Ebene, nämlich der menschlichen.

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