Zifferblätter für Smartwatches

Da fast jeder ein Smartphone oder zumindest ein Handy stets zur Hand hat, welche natürlich auch die Zeit anzeigen, erfüllt eine Armbanduhr heutzutage keinen besonderen Mehrwert, außer, dass die Uhrzeit schneller parat ist.

Uhrenvergleich
Foto von JM Tosses auf Flickr

Seit je her ist eine Armbanduhr zugleich ein modisches Accessoire und das Aussehen und Image der Uhr spielt für viele eine wichtige Rolle. Dies gilt auch für Smartwatches.

Wem dieser Aspekt besonders wichtig ist, besitzt zudem mehrere Armbanduhren oder zumindest Armbänder zum Auswechseln, um zu jeder Gelegenheit das passende Accessoire präsentieren zu können.

girl-972636_1280

Foto von Gary Dale
Foto von Gary Dale

Dieser Aspekt wird bei Smartwatches um die Möglichkeit erweitert, das Zifferblatt je nach Lust und Laune unkompliziert zu wechseln.

 

Diese Möglichkeit wird bei den verschiedenen Smartwatches unterschiedlich gut unterstützt. Einige Modelle zeigen nur zum Zeitpunkt des Uhrzeitablesens überhaupt ein Bild an, einige wechseln zwischen einer stromsparenden Minimalansicht der Uhrzeit zu einer vollumfänglichen Darstellung beim aktiven Ablesen und wenige zeigen durchgängig das vollständige Zifferblatt an.

AndroidWear_Watch_FacesDer Hauptgrund dieser unterschiedlichen Handhabung der Zifferblattdarstellung liegt in den unterschiedlichen Methoden zum Stromsparen, da dies – ähnlich wie bei Smartphones – eines der Hauptherausforderungen für die Hersteller darstellt. Eine kompromisslose Lösung gibt es derzeit noch nicht.

Einschätzung der Display-Typen von Smartwatches
Display-Typ Always-On-Modus Vorteile Nachteile Anmerkung
LCD nein gute Darstellung wg. potentiell zu hohem Stromverbrauch kein Always-On-Modus wird eher in älteren Modellen genutzt
LCD + Transreflektiv-Modus Schwarz/Weiß stromsparend Always-On nur in Schwarz/Weiß wird in Sonys Smartwatch 3 genutzt
OLED meistens: ja sehr gute Darstellung erhöhter Stromverbrauch im Always-On-Modus Always-On-Modus wird von der Apple Watch derzeit nicht unterstützt
LCD e-paper ja sehr geringe Auflösung & in Farbversion wenige Farben. äußerst geringer Stromverbrauch im Always-On-Modus wird bei Pebble je nach Modell monochrom und farbig eingesetzt.

Die Betriebssysteme der Smartwatches sind der weitere Faktor der beeinflusst, wie gut sich die eigene Smartwatch an den eigenen Stil anpassen lassen.

Betriebssystem Möglichkeiten
WatchOS (Apple Watch)

Zifferblätter: nur eingebaute

Die Zifferblätter lassen sich sehr einfach auswählen und anpassen. Die stilistische Individualisierung schränkt sich auf die Wahl der Art der Uhr, der Farbe weniger Elemente und dem Hintergrundbild (auch animiert). Noch ist es Dritten nicht möglich, Zifferblätter anzubieten.

Einschätzung: eingeschränkt

Tizen (Samsung Gear S2)

Zifferblätter: offen

Samsung hat erkannt, wie wichtig Zifferblätter sind und wie groß das Bedürfnis von Gestaltern ist, Uhren anzubieten. Aus diesem Grund bietet Samsung ein komplettes Designer-Tool an mit Anbindung an den App-Store von Samsung.

Einschätzung: gutes potential

Pebble

Zifferblätter: offen

Pebble bietet eine umfangreiche Kategorie für Watch Faces an, so dass hier für jeden etwas zu finden ist. Systembedingt (wenig Farben, monochrom, niedrige Auflösung) wirken die Zifferblätter oftmals so als kämen sie aus den 90ern.

Einschätzung: breites Angebot / wirken „geeky“

Android Wear

Zifferblätter: offen

Sowohl im Play Store als auch mittels Gestaltungs-Apps gibt es das vielfältigste und umfangreichste Angebot von Zifferblättern.

Einschätzung: vielfältiges Angebot

Betrachtet man die aktuelle Display-Technologie und die Betriebssysteme, so bieten aktuell die OLED-basierten und mit Android Wear ausgestatteten Smartwatches meiner Meinung nach den besten Kompromiss aus Darstellungsqualität, Vielfältigkeit und Stromsparen. Android Wear bietet im Vergleich zu den meisten anderen Systemen ein breitgefächertes Angebot von Zifferblättern für jeden Anlass und Geschmack und sehr viel Möglichkeiten Zifferblätter selbst zu gestalten.

Einige dieser Apps beinhalten eine komplette Sammlung von Zifferblättern, welche in einigen Fällen von Zeit zu Zeit erweitert werden.

WatchMaster - Watch Face
Entwickler: WatchMaster
Preis: Kostenlos*
ustwo Watch Faces
Entwickler: ustwo
Preis: Kostenlos
Wear Face Collection HD
Entwickler: vuxia
Preis: Kostenlos*

Darüber hinaus existieren einige Apps zur komplett individuellen Gestaltung von Zifferblättern mit der Möglichkeit diverse Komplikationen zu integrieren.

WatchMaker Premium Watch Face
Entwickler: androidslide
Preis: 3,89 €
Pujie Black Watch Face
Entwickler: Pujie
Preis: 1,99 €
Facer Android Wear Watch Faces
Entwickler: Little Labs, Inc.
Preis: Kostenlos*
Watch Faces for Android Wear
Entwickler: Intellicom AS
Preis: Kostenlos*
Masque Simplicity - Watch Face
Entwickler: Alex Pasquarella
Preis: Kostenlos*

Für diese Apps gibt es sehr aktive Communities in denen täglich mehrere dutzend neue Zifferblätter hinzukommen und ein Austausch zwischen den Gestaltern und den Nutzern stattfindet.

Meine Kreationen erstelle ich mit WatchMaker und sie sind auf der folgenden Website zu finden:

IOIO Watch Faces

Belohnung per Animation unterstützen

Man braucht kein Psychologiestudium abgeschlossen zu haben, um zu wissen, dass Menschen sich über Belohnungen und Geschenke freuen.

Digitale Services stehen mit dem Nutzer im Dialog und funktionieren i.d.R. besser, wenn sie auf den jeweiligen Nutzer individuell eingehen. Hier stehen dann weniger technische Informationen im Vordergrund sondern vielmehr die Art der Kommunikation,  die Tonalität und Gestaltung im Allgemeinen.

Eine dieser Kommunikationssituationen ist die Belohnung des Nutzers über ein erreichtes Ziel. Im Wort Belohnung steckt schon eine positive Wertung und Beschreibung der System-Nutzer-Situation. Aus technischer Sicht könnte das System einfach eine nüchterne und unscheinbare Information angeben, wie „Registriert“, nachdem der Nutzer eine Formularstrecke erfolgreich abgeschlossen hat. Stattdessen könnte das System diese Information als Belohnung verpacken und dem Nutzer so ein kleines, motivationssteigerndes Erfolgserlebnis bereiten.

Die folgende Meldung könnte bildschirmfüllend am Ende einer Formularstrecke stehen:

See the Pen Reward view by Tamio Honma (@IOIO72) on CodePen.

Zu sehen ist der Zustand einer erfolgreichen Registrierung zu einem digitalen Service, welcher mit keinem Wort erwähnt, dass die Registrierung abgeschlossen ist. Dies ist aus folgenden Gründen so:

  1. Der Nutzer weiss i.d.R., dass er gerade eine Registrierung vollzogen hat.
  2. Würde das System die Meldung „registriert“ anzeigen, würde es sich selbst eingestehen, dass man ihm nicht trauen kann und es deshalb notwendig sei, dem Nutzer eine explizite Bestätigung zu geben.

Stattdessen wird der Kernvorteil der Registrierung als Belohnung verpackt kommuniziert. Der Nutzer hat eine neue Stufe erreicht. Anstelle des rückwärtsgewandten „Registered“ steht hier das zukunftsorientierte „Premium access granted!“.

Und der Testzeitraum von 30 Tagen wird nicht als „Test“ bezeichnet, sondern positiv als Geschenk verpackt. Ich habe hier also mit Absicht nicht „30 days trial“ geschrieben, sondern „30 days for free“.

Diese positive Botschaft wird durch eine bildschirmfüllende Gestaltung mit positiven Farben, Symbolen und freudvollen Animationen bestärkt.

Durch eine solche Präsentation wird die Gefühlsebene der Nutzer angesprochen und die Beziehung zwischen Nutzer und digitalem Service wird durch positive Erlebnisse gestärkt.

Dies ist heutzutage in einer Welt vieler konkurrierender Services ein sehr wichtiger Aspekt: Auf der einen Seite möchten sich Nutzer gerne an gute Services erinnern und sind gerne bereit, diese Services auch künftig weiter zu nutzen. Auf der anderen Seite müssen sich Service-Anbieter so gut wie möglich bei ihren Nutzern verankern, um einen nachhaltigen Kundenstamm aufzubauen.

Gerne können wir über dieses Projekt chatten:
IOIO Software Slack

Gerne können wir gemeinsam daran weiter entwickeln:
GitHub GitLab Bitbucket

ioioPen – a CodePen inspired local starter

(English: Please follow the GitHub link to read the english readme file.)

Wer meinen Blog verfolgt hat bestimmt bemerkt, dass ich in letzter Zeit einige Experimente zu Web-Technologien veröffentlicht habe, die ich zu einem großen Teil über CodePen präsentiert habe.

Das schöne an CodePen ist die Möglichkeit direkt mit einer spontanen Idee loslegen zu können ohne durch das lästige Aufsetzen eines Projekts aufgehalten zu werden.

Beschleunigt wird dies zudem noch durch die Voreinstellung von bevorzugten HTML- und CSS-Preprozessoren und Frameworks. In meinem Fall sind dies Jade, Sass und jQuery.

Da es ab und zu vorkommen kann, dass aus so einem Experiment mehr wird, habe ich auf Basis meiner CodePen-Voreinstellungen eine lokale Projektvorlage erstellt, die es mir erlaubt meine CodePen-Experimente ohne großen Aufwand in ein „echtes“ Projekt zu überführen.

Ich habe diese Vorlage in Anlehnung an den Namen CodePen und meinem Pseudo-Namen ioioPen getauft. Es handelt sich um ein Node.js-basiertes System mit Gulp als Aufgabenausführer, Bower als Paketverwalter und den oben erwähnten Preprozessoren und Frameworks.

Die folgenden Links führen zu den Git-Repositories von ioioPen
GitHub GitLab Bitbucket

Über Slack können wir sehr gerne über dieses Projekt chatten:
IOIO Software Slack

K. I. T. T.

K. I. T. T. vom Knight Rider hatte eine markante Lichterkette. Die roten Lichter gingen reihum von einer zur anderen Seite und vise versa an und aus, so dass der Eindruck entstand, dass K. I. T. T. die Umgebung scannt und erkennt.

Dieses „Auge“ von K. I. T. T. habe ich als CSS-Animation nachgebaut.

See the Pen K. I. T. T. by Tamio Honma (@IOIO72) on CodePen.

Zum Vergleich das Original:

Der Batteriestatus

Im Zeitalter der digitalen Revolution steht das Wort Energie gemeinhin häufig weniger für die Kraft, die die Revolution als gesellschaftliche Bewegung vorantreibt, sondern ganz profan für die panische Suche nach einer Energiequelle für die ganzen smarten mobilen Geräte, die sich all zu schnell entladen und so drohen die so wichtig erachtete Verbindung zur virtuellen Welt abzukappen.

USB Power

Betreiber von digitalen Diensten, die vor allem auf batteriebetriebenen Geräten genutzt werden, sollten dieser häufig als kritisch erlebte Nutzererfahrung Rechnung tragen und den Energieverbrauch in der Umsetzung ihrer Dienste als wichtigen Optimierungsfaktor betrachten. Stelle man sich vor alle Websites und Apps würden energiefressende Ladevorgänge und rechenintensive Animationen und andere Berechnungen abschalten bzw. reduzieren, wenn der Energiestatus des genutzten Endgeräts kritisch ist, so könnten Nutzer noch länger gewünschte Dienste nutzen bis sie die nächste Steckdose finden. Vor allem Dienste des ÖPNV, des Reiseverkehrs allgemein und der Navigation wären sehr gute Beispiele für die Sinnhaftigkeit einer solchen Optimierung. Wer einen ganzen Tag in einer fremden Großstadt unterwegs ist, wird dies zu schätzen wissen. Hier geht es um die kurze, schnelle, aktuelle und fokussierte Beantwortung einfacher Fragen und nicht um aufgeblähte Zusatzinformationen, welche ggf. unnötige und große Datenmengen benötigen und unnötig Energie aus der Batterie zur Übertragung und Verarbeitung ziehen. Urban Traffic

Ein guter Service hält einige Daten offline vor, synchronisiert nur das nötigste in kompakter Form aus dem Internet und ist auf die eigentlichen Bedürfnisse des Nutzers zugeschnitten.

Wenn das Gerät mit einem schnellen Netzwerk verbunden ist und in einem guten Energiezustand ist – womöglich sogar an der Steckdose angeschlossen -, so kann der digitale Service größere Datenpakete zur späteren Nutzung synchronisieren. In diesem Gerätestatus befindet sich vermutlich auch der Nutzer des Geräts in einer entspannteren Situation und ist bereit sich durch angereicherte Inhalte inspirieren zu lassen bzw. sich weiter vertiefen zu können.

Kennt das Gerät und der digitale Service den Zustand des Geräts, so kann der Service auch gute Annahmen über die Situation des Nutzers treffen. Niedriger Batteriestand, 5 Stunden ohne Steckdose und im UMTS-Mobilfunknetz deutet bspw. darauf hin, dass der Nutzer unterwegs ist und in dieser Situation mehr Wert auf schnelle und zielgerichtete Informationen als auf inspirierende und umfassende Präsentationen legt. Wenn der Service dazu noch Ortungsdaten, Nutzungsdaten und Gerätebewegungsdaten berücksichtigt, wird die Annahme noch genauer.

Es lassen sich durch solche Daten adaptive Systeme entwickeln, die es erlauben, die Lösung dynamisch an den Gerätestatus und die Nutzungssituation dem KANO-Modell folgend anpassen.

Kano Modell allgemein“ von Original uploader was Trappatoni at de.wikipedia – Neugezeichnetes Diagramm, selbst erstellt. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikipedia.

In nativen Apps für Smart-Devices ist die Auswertung solcher Daten längst möglich. Dank der stetigen Weiterentwicklung der Web-Browser und der zugrundeliegenden Web-Standards, stehen auch Websites immer mehr Daten zur Verfügung, die solche Szenarien mittlerweile größtenteils abdecken.

Neben Gyroskop, Beschleunigungssensor und Offline-Funktionalitäten, steht u.a. auch der Zustand der Batterie zur Verfügung.

Um die Unterstützung dieses Standards genauer zu untersuchen, habe ich ein Javascript als Experimentierbasis entwickelt. Damit können diverse Nutzungsszenarien ermittelt, getestet und entwickelt werden.

See the Pen Battery API by Tamio Honma (@IOIO72) on CodePen.

Als quelloffene Lösung (MIT-Lizenz) würde mich Feedback in Form von Fehlermeldungen, Ideen, Fragen und Pull-Requests sehr freuen.

Battery Status
Rating System
Dieses Projekt nutzt die Battery Status API moderner Browser, bewertet den Status und macht es Web-Entwicklern leichter, mit den Batteriestadien umzugehen.

Jegliche Beteiligung zum Projekt ist sehr willkommen!
GitHub

Über Slack können wir sehr gerne über dieses Projekt chatten:
IOIO Software Slack